Montag, 9. April 2012

Meine Buchrezension zu "Die Bruderschaft des Schwertes" von Christoph Lode

===Die Einleitung:===
Vor einigen Wochen war ich in der örtlichen Bücherei um ein paar Bücher abzugeben.
Eigentlich wartete daheim ein Stapel ungelesener Bücher auf mich, doch das Regal mit den Neuzugängen zog mich geradezu magisch an.
Mein Blick blieb an dem schönen Cover des Buches
"Die Bruderschaft des Schwertes“ hängen und nachdem ich die kurze Inhaltsangabe gelesen hatte, lieh ich mir das Buch aus.


===Der Autor:===
Christoph Lode, geboren 1977, ist in Hochspeyer bei Kaiserslautern aufgewachsen und lebt heute mit seiner Frau in Mannheim.
Er studierte in Ludwigshafen am Rhein Sozialpädagogik und arbeitete in einer psychiatrischen Klinik bei Heidelberg.
Heute widmet er sich ganz dem Schreiben.
Bereits mit seinen ersten beiden historischen Romanen,
Der Gesandte des Papstes und Das Vermächtnis der Seherin, sorgte er ebenso für Furore wie mit der großen Fantasy-Trilogie Pandaemonia.
Wer mehr über den Autor wissen möchte, wird auf www.christoph-lode.de fündig.


===Fakten zum Buch:===
Das Taschenbuch erschien im April 2011 beim Goldmann -Verlag.
Es umfasst 512 Seiten und ist im Buchhandel für 9,99 Euro zu haben.
Das Buch gibt es außerdem noch als E-Book in der Kindle-Edition zu kaufen.
Vom Genre her ist das Buch in den Bereichen Spätmittelalter und Fantasy angesiedelt und lässt sich am Besten mit Steampunk beschreiben.
Bei "Die Bruderschaft des Schwertes“handelt es sich um einen eigenständigen Roman, der Bezug auf „Das Vermächtnis der Seherin“, den zweiten Roman des Autors nimmt.
Den ersten Roman des Autors namens "Der Gesandte des Papstes“
kann man somit als eigenständigen innoffiziellen ersten Band betrachten.
 
===Die Gestaltung des Buches:===
Das Cover des Buches ist in einem schönen Blauton gehalten, der an manchen Stellen ins Schwarze wechselt.
Ganz oben steht in geschwungenen goldenen Großbuchstaben der Name des Autors.
Im Zentrum des Covers sieht man ein Zepter, dessen Knauf mit kunstvollen Ornamenten verziert ist.
Von dem Knauf geht ein geheimnisvolles Leuchten aus, welches mich beim Betrachten neugierig darauf macht, was sich wohl dahinter verbirgt.
Darunter steht in goldenen Großbuchstaben der Titel des Buches.
Auf der Rückseite des Buches findet man eine kurze Inhaltsangabe, welche ich weiter unten wiedergeben werde.
Meiner Meinung passt das Cover sehr gut zur Geschichte des Buches.
Es greift Elemente und die Stimmung des Buches auf und vereint sie zu einem schönen und aussagekräftigen Gesamtbild.
Das Cover wurde von Timo Kümmel gestaltet, welcher für seine Werke mit dem rennomierten Kurd – Lasswitz – Preis ausgezeichnet wurde.

Wer weitere Werke des Künstlers sehen möchte, wird hier fündig: http://timokuemmel.wordpress.com


===Der Verlag über das Buch:===
Eine große abenteuerliche Geschichte aus dem Mittelalter.
Konstantinopel 1309.
Das byzantinische Reich wird von Unruhen erschüttert.
Während Raoul von Bazerat, kaiserlicher Hauptmann und einstiger
Gesandter von Papst Bonifatius VIII, in Kleinasien gegen die
Osmanen kämpft, wird seine Tochter Naje von beunruhigenden
Visionen heimgesucht.

Raoul ahnt, dass in den labyrinthischen Gärten und Palästen der
Kaiserstadt eine unvorstellbare Gefahr heraufdämmert.

Als Barzin Ardeshir, ein geheimnisvoller persischer Kaufmann,
Naje mithilfe des fanatischen Schwertbrüderordens entführt,
beginnt eine Jagd, die Raoul bis an die Grenzen der bekannten
Welt führt.


===Die Geschichte und meine Meinung dazu:===
Das Buch beginnt mit einem Prolog.
Wir befinden uns in Venedig, Anno Domino 1309 im Februar.
Ein einsames Boot gleitet durch eine Lagune.
An Bord ist Volkwin von Segewold, welcher in der Nähe von Riga aufwuchs und seines Zeichens Hochmeister der Bruderschaft des Schwertes ist.
Bei sich trägt er eine geheimnisvolle Schatulle, die er für den skrupellosen und reichen Kaufmann Barzin Ardeshir sicher verwahren soll.
Barzin Ardeshir lebt in Konstantinopel.
Sein Handelsimperium erstreckt sich vom Abendland über Byzanz, bis ins Heilige Land und die Mongolei.
Er ist ein schöner, wohlhabender Mann, mit blauglühenden Augen und einem gefährlichen Ruf.

Was es wohl mit der Schatulle auf sich hat, die auf keinen Fall mit Wasser in Berührung kommen darf?

Und wer ist der mächtige Kaufmann wirklich?

Nun beginnt die eigentliche Geschichte.
Drei Monate sind seit dem Prolog vergangen und wir befinden uns im Byzantinischen Kleinasien.
Raoul von Bazerat ist 34 Jahre alt und liebt die Gefahr.
Er führt Befehl über einen Reitertrupp und eine Festung.
Ihn beschäftigt der schleichende Verfall Konstantinopels und ein um das andere Mal denke ich, dass er sich gut als Kaiser oder hoher militärischer Stratege eignen würde.
Er denkt mit, durchschaut die tieferen Zusammenhänge, entwickelt meisterhafte Strategien und hat das Talent, Menschen zu führen und zu retten.
An diesem Tag wartet er mit seinem Bandum, einer militärischen Einheit auf das Erscheinen der Osmanen.

Planen diese einen Angriff auf Konstantinopel?

Sehr bildhaft und lebensnah beschreibt der Autor das Lagerleben der überwiegend aus Serben und Walachen bestehenden militärischen Einheit.
Ich fühle mich, als wäre ich hautnah dabei und würde an ihrer Seite mit wachsender Unruhe nach Zeichen für das Erscheinen des Feindes Ausschau halten.
In Raouls Einheit ist auch sein Freund und Weggefährte Narses Ben Jehuda, ein byzantinischer Jude, der gerade mal 25 Jahre alt ist.
Er ist einer von Raouls Hauptleuten und befehligt die Griechen.
Seine sympathische Art und seine lustigen und abenteuerlichen Geschichten über seinen alten Onkel Ismael sind für Raoul eine willkommene Abwechslung und lassen ihn zeitweise seine eigenen Sorgen vergessen.
Auch mir wächst der schelmische Weiberheld mit seiner jüdischen Großfamilie und seiner lockeren Art schnell ans Herz.
Er bietet ein gutes Pendant zum ernsten und familiären Raoul, der anders als Narses weder trinkt, noch ins Hurenhaus geht.
Bei so verschiedenen Freunden sind Diskussionen vorprogrammiert und diese sorgten für viel Unterhaltung.

Während Raoul für die Sicherheit des Landes sorgt, wird seine fünfjährige Tochter von schrecklichen Visionen geplagt.
Sie und ihre Mutter Jada gehören einem geheimnisvollen Volk an, was die kleine Familie bisher mit Erfolg verborgen hat.
Nach einer sehr schönen Beschreibung von Raouls Haus mit Garten und Pavillon und seinen Dienern, gerät die Idylle mehr und mehr ins Wanken.
Während Jada voller Sorge um ihre Tochter Naje ist, bekommt sie Besuch von Barzin Ardeshir.
Jada kommt er seltsam vertraut vor, er macht ihr Angst.
Als sie seine wahre Identität und seine finsteren Absichten erkennt, ist es schon zu spät.
Mit Hilfe des fanatischen Schwertbrüderordens entführt er die Beiden.
Ihre beschwerliche Reise führt sie durch Hermannstadt in Siebenbürgen, durch Bulgarien, die Walachei und Polen und stellt die kluge und tierliebe Naje vor viele Herausforderungen.
Sie und Jada erdulden unsagbares Leiden und werden mit grausamen Wahrheiten konfrontiert.

Ihnen dicht auf den Fersen ist Raoul mit seinem treuen Freund Narses.
Während Narses auch in Krisensituationen der Gunst der Frauen verfällt, behält Raoul einen kühlen Kopf und beweist mehr und mehr, dass viel in ihm steckt.
Sein Erfindungsreichtum und seine Anpassungsfähigkeit sind immens und zusammen mit ihrer beiden Sprachkenntnisse schlagen sie sich tapfer.
Gemeinsam trotzen die Freunde allerlei Gefahren und halten trotz Betrug und Todesnähe immer zusammen.
Immer wieder werden kleine Geschichten in die Gesamthandlung eingeflochten.
Sie handeln vom Orden der Schwertbrüder; von einer mutigen Litauerin namens Svajone, die zu Litauens Göttern betet und die Missionierung durch das Schwert der Christen fürchtet und von Rahel, der Hohen Hüterin des Bundes von En Dor mit ihrem mächtigen Schrein.
Sie alle bringen jeder auf seine Art Geheimnisse und Magie ins Spiel und runden die abenteuerliche Geschichte um Ardeshir und die Herkunft Jadas ab.

Über allem schwebte die Frage:
Werden Raoul und Narses Jada und Naje retten können?

Ich habe die Geschichte von Anfang bis Ende voller Wissbegier und Faszination verfolgt.
Die Handlung wurde immer rasanter und die Spannung war geradezu unerträglich.
Gegen Ende musste ich sogar einige Tränen vergießen, was für die ausgefeilten Charaktere spricht.
Sie sind mir derart ans Herz gewachsen, dass ich “Der Gesandte
des Papstes“ und “Das Vermächtnis der Seherin“ unbedingt auch noch lesen möchte.

Am Ende des Buches gibt es noch einen Epilog, ein Nachwort.
Hier wird der geschichtliche Hintergrund des Buches beleuchtet.
Sehr schön finde ich die Dramatis Personae, welche einen Überblick über alle handelnden Personen gibt.
Sie sind sehr übersichtlich geordnet.
Man findet hier alle Personen aus Byzanz, dem Schwertbrüderorden, aus Siebenbürgen, dem Königreich Ungarn, dem Königreich Polen und dem Großfürstentum Litauen.
In einem Glossar werden wichtige Begriffe wie Baba, Bandum,
Comes und Klibanion erklärt.
Zum Schluss gibt es noch eine Danksagung.

===Mein Fazit:===

Das Buch lässt sich flüssig lesen und ist sehr spannend.
Mir gefällt der Genremix zwischen Mittelalterabenteuerroman und Fantasy.
Man merkt, dass der Autor sich selbst für Geschichte und Mittelalter interessiert.
Bei einer von ihm begeleiteten Leserunde, welche ich parallel zur Lektüre des Buches verfolgte, erfuhr ich viel Hintergrundwissen über die Entstehung des Buches und die Gedanken, die der Autors sich zu den einzelnen Inhalten gemacht hat.
Seine Recherche umfasste Bücher, Reiseführer, Landkarten, Fotos und historische Reiseberichte und diese Mühe merkt man seinem Buch an.
Die Kriegshandlungen und die gewählten Schauplätze inklusive Land und Leute wirken authentisch und sehr atmosphärisch.
Vor meinem inneren Auge entstanden Bilder vom Lagerleben, von Häusern, von Palästen und selbst eine Fata Morgana nahm greifbare Gestalt an.
Die Spannung im Buch ist durchgehend spürbar und man findet schnell eine Identifikationsfigur.
Jada faszinierte mich von Anfang an und mir wurde schnell klar, dass sie viele Geheimnisse barg.
Sie und ihre Fähigkeiten übten eine große Faszination auf mich aus, welche je weiter die Geschichte voranschritt nur noch gesteigert wurde.
Sie kämpft wie eine Löwin um ihre Tochter und ist mehr, als sie vorgibt zu sein.
Ein ums andere Mal fragte ich, was sie dazu bewog bestimmte Dinge zu tun.
Gegen Ende wurde dies aber aufgelöst.
Naje begeisterte mich durch ihre ruhige, tierliebe Art, ihr tiefgründiges Wissen und ihre verborgenen Fähigkeiten.
Sie überraschte mich mehr und mehr und wuchs mir schnell ans Herz.
Raoul ist ein herzensguter, treuer Mann, dem seine Familie über alles geht.
Er ist der geborene Stratege und kann selbst in der Fremde Menschen im Krieg gegen ihre Feinde führen.
Seine Unruhe, seine Zweifel, seine Ängste, sein Schicksal verfolgte ich das ganze Buch über voll wachsender Spannung.
Narses ist ein sympathischer, lockerer Zeitgenosse, dem ich von Herzen die große Liebe gönnte.
Er sorgte für Abwechslung und viel Erheiterung und war mir schnell ans Herz gewachsen.
Seine Familie, ganz besonders Onkel Ismael wurden sehr unterhaltsam und nachvollziehbar dargestellt.
Barzin Ardeshir ist ein Paradebeispiel für einen geheimnisvollen Bösewicht.
Ihm wollte ich nicht im Dunkeln begegnen, es sei denn, um seine größte Schwäche gegen ihn zu verwenden.
Besonders fasziniert haben mit Rahel und der Bund von En Dor mit ihr geheimnisvollen Magie und ihrem immensen Wissen.
Svajone ging mir mit ihrer Geschichte und ihre Fähigkeiten sehr nahe.
Über den Kaiser ohne Geld und seine dekadenten Untertanen konnte ich mich nur ärgern, ebenso wie über den Schwertbrüderorden.
Einer meiner Lieblingscharaktere war Giedrius, weil er sich eine Ringelnatter als Haustier hielt, von welcher er dachte, sie könne ihm die Zukunft voraussagen.

Sehr schön finde ich, dass der Autor zu jedem Charakter einen passenden Namen gefunden hat.
Das machte die Geschichte umso authentischer und einprägsamer.
Er hat Listen für Namen aus den verschiedenen Regionen, Sprachen und Epochen und wählt danach das passende aus.

Ich finde das Buch sehr gelungen und werde mit Sicherheit noch weitere Werke des Autors lesen.

Viel Spaß beim Lesen wünscht Aletheia!




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