Sonntag, 14. Dezember 2014

Mein Filmtipp: "Alles was wir geben mussten"

Vor einiger Zeit gab mir Vera, nachdem sie meine Rezension zu "Vollendet - Der Aufstand" gelesen hatte den Tipp, mir den Film "Alles was wir geben mussten", der auf der gleichnamigen Romanvorlage des japanischen Autors Kazuo Ishiguro basiert anzusehen.
Ich sah mir den Trailer an und war wie elektrisiert.
Ich wollte unbedingt wissen, was mit Kathy, Ruth und Tommy geschehen wird.
Gestern Abend kam der Film im Fernsehen und es war klar, dass ich ihn unbedingt sehen musste.
Mein Schatz und ich haben ihn uns angesehen.
Er fand ihn etwas langatmig, mir hat er sehr gut gefallen.

Die Story:
Der Film beginnt mit einer Szene, deren ganze, tragische Bandbreite sich mir erst am Ende des Films erschloss.

Aus der Sicht von Kathy wird danach ihr Leben und das von ihrer großen Liebe Tommy und ihrer besten Freundin Ruth erzählt.
Kathy, Ruth und Tommy besuchten als Kinder in den 1970er- Jahren zusammen mit vielen anderen Schülerinnen und Schülern das auf einer malerischen Hügellandschaft gelegene Internat Hailsham.

Auf den ersten Blick wirkt der Alltag auf Hailsham glücklich und unbeschwert, doch je genauer man hinsieht, umso erschreckender wird die Wahrheit.
Dort mussten die Schüler sich an strenge Regeln halten und es wurde mit Nachdruck darauf geachtet, dass sie gesund und unversehrt sind und es auch bleiben.
Sie wurden sorgsam von der Außenwelt abgeschottet und bekamen die schrecklichsten Geschichten über diese erzählt, um sich ja von dieser fernzuhalten.
Als sie und ihre Mitschüler und Mitschülerinnen erfuhren, dass sie nur dazu erschaffen wurden, um als menschliche Ersatzteillager zu fungieren, reagierten viele darauf teilnahmslos, ja nahezu gleichgültig.
Über all die Jahre ist Kathy erfüllt von einer leisen und bedingungslosen Liebe zu dem Außenseiter Tommy, der von allen gehänselt wird.
Irgendwie schafft sie es jedoch nie, ihre Gefühle für ihn ihm gegenüber in Worte zu fassen. 
So kommt es, dass ausgerechnet ihre eifersüchtige beste Freundin Ruth mit Tommy zusammenkommt.
Als sie 18 Jahre alt sind verlassen die drei Hailsham und werden auf sogenannten Cottages auf dem Land untergebracht.
Hier haben sie das erste Mal Kontakt zur Außenwelt und zu Menschen, die zuvor nicht in Hailsham untergebracht waren.
Die Jahre ziehen ins Land und schließlich ist es soweit, dass sie ihr Schicksal erfüllen und spenden müssen...

Meine Meinung:
Vor einer düsteren Kulisse wartet der Film mit grandiosen Schauspielern (Keira Knightley, Andrew Garfield und Carey Mulligan) auf, die ihre Rollen sehr emotional und überzeugend spielen.

"Alles was wir geben mussten" hat mich sehr getroffen.
In letzter Zeit mache ich mir häufig darüber Gedanken, ob mein Leben so ist, wie ich es will, was ich ändern und erreichen möchte.
Ich denke über Menschen nach, die ich verloren habe und über die Menschen, die mir lieb sind und wie ich mich ihnen gegenüber verhalte.
Am Beispiel von Kathy erlebe ich hautnah mit, was passieren kann, wenn man sein ganzes Leben lang seine Bedürfnisse und Gefühle zurücksteckt.
Ich litt mit ihr, als sie mit ansehen musste, wie Ruth und Tommy ein Paar wurden.
Das Thema Tod, im Film als die "Vollendung" bezeichnet, kreiste wie ein dunkler Schatten unabwendbar über dem Leben von Ruth, Tommy und Kathy.
Ruth war mir im Großteil des Films äußerst unsympathisch.
Die im Trailer gezeigte Szene, in welcher sie sich über Kathys Gefühle für Tommy lustig macht, ist für mich ein gutes Beispiel für ihren schlechten Charakter und es wundert mich, dass Kathy sich nie ganz von ihr abwendet.
Ich fand es ziemlich schwer zu ertragen, dass die ehemaligen Kinder aus Hailsham so gar keine Chance dagegen haben, ab einem gewissen Alter Organe spenden zu müssen und schließlich irgendwann zu sterben.
Sie würden nie ein richtiges, selbstbestimmtes Leben haben, nie eine Familie haben und nie ihren Traumberuf ausüben können, da ihr ganzes Leben vorbestimmt ist und nur dem Zweck der Spende dient.
Ich fragte mich, wer die Erschaffer dieser Kinder und wer ihre Spender waren.
Wurden sie von reichen Menschen als Klone erschaffen, die ihnen im Alter Organe spenden sollten?
Anhand der Reaktionen anderer Protagonisten aus der Außenwelt, die mit den Kindern und später mit den Erwachsenen aus Hailsham in Kontakt kamen, bekam ich den Eindruck, dass es Menschen gibt, die die Idee hinter Hailsham nicht gut finden und gerne helfen würden, es aber nicht können oder wollen.
Am Erschütterndsten jedoch war, dass keiner der so genannten Spender sein Schicksal je in Frage stellte und dagegen revoltierte.
Sie fragten sich zwar, wer ihre "Möglichen", also die Menschen, nach denen sie erschaffen wurden waren, aber nie, wer diesen das Recht gab, sie einfach auszuschlachten wie ein kaputtes Auto, dessen Ersatzteile man noch anderweitig verwenden kann.
Der Film ist sehr gesellschaftskritisch.
Er lässt mich mein Leben und die Gesellschaft hinterfragen.
Ich hoffe inständig, dass wir niemals so weit gehen werden, wie in diesem Film.
Nachdem ich den Film gesehen habe, möchte ich auf jeden Fall auch die Romanvorlage dazu lesen!



Kommentare:

  1. Schöner Beitrag, deinen Tipp behalte ich im Hinterkopf.

    Liebe Grüße
    Anika von Miss-Annie.de

    P.S. >Hier< kannst du diese Woche eine Digitalkamera gewinnen.

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  2. Hey meine Liebe,

    das klingt nach einer sehr interessanten Story, werde ic hmal die Auge nfür offen halten. :o)

    Ruby-Celtic

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