Samstag, 1. März 2014

Meine Rezension zu "Das göttliche Mädchen" von Aimée Carter

Die Einleitung:
„Das göttliche Mädchen“ habe ich im Rahmen einer Wanderbuchrunde gelesen.
Das schöne Cover hatte mich neugierig auf das Buch gemacht.
Als ich dann den Klappentext las, war sofort klar, dass ich das Buch lesen muss.
Ich war sehr gespannt darauf, wie die Autorin den Mythos um Hades und Persephone umsetzt.
Ich interessiere mich nämlich schon seit jungen Jahren für Mythologie und besonders die griechische Mythologie hat es mir angetan.

Die Autorin:
Aimée Carter wurde 1986 in Michigan geboren, wo sie heute noch lebt.
Bereits mit elf Jahren hat sie angefangen, Romane zu schreiben.
Sie geht gerne ins Kino, spielt mit ihren Hunden und liebt es jeden Morgen das Kreuzworträtsel in der Zeitung zu lösen.

Fakten zum Buch:
Der amerikanische Originaltitel des Buches lautet „The godess test“.
Das Buch wurde von Freya Gehrke ins Deutsche übersetzt.
Das broschierte Taschenbuch erschien im Mai 2012 beim Mira-Taschenbuch-Verlag.
Es umfasst 298 Seiten und ist im Buchhandel für 9,99 Euro zu haben.
Das Buch gibt es auch als Hörbuch.

Die Gestaltung des Buches:
Das Cover des Buches ist ein echter Blickfang.
Im Zentrum des Covers sieht man eine junge Frau, welche meiner Meinung die Protagonistin des Buches, Katherine Winters darstellen soll.
Kate, wie sie im Buch genannt wird, liegt auf dem Bild umgeben von dunkelgrünen Blättern und Farnen auf dem Waldboden.
Sie trägt ein schlichtes weißes Kleid und in ihrem dunklen Haar, welches sich farblich kaum vom Waldboden abhebt einen schlichten weißen Haarreif.
Auf ihrem rechten Handgelenk ist eine interessante Tätowierung und an ihrem rechten Fußgelenk ebenso.
Kates Blick wirkt traurig, hilflos, so als hätte sie schon viel zu viele Tränen geweint.
Ihre Haltung wirkt bequem, könnte aber auch Erschöpfung ausdrücken.
Auf der Oberseite des Buches steht der Name der Autorin.
Unter dem Bild von Kate steht der Titel des Buches.
Seine verspielte und verschnörkelte Gestaltung gefällt mir sehr gut.
Ein besonderes Detail sind die zwei Griechisch anmutenden Es, welche meiner Meinung sehr gut zur Geschichte passen.
Auf der Oberseite und Unterseite des Covers ist ein verschlungenes Muster abgebildet, welches ich auch als sehr stimmig empfinde.
Mir gefällt das Cover sehr gut, da es insgesamt sehr harmonisch ist und Elemente aus dem Buch wiedergibt.
Es ist schön anzusehen und nicht zu aufdringlich.

Der Verlag über das Buch:
Das göttliche Mädchen
Du kannst das Leben deiner Mutter verlängern – wenn du als Wintermädchen bestehst!
Sie sind nach Eden gekommen, weil es der Wunsch ihrer sterbenskranken Mutter ist.
Hier lernt Kate den attraktiven und stillen Henry kennen.
Seit der ersten Begegnung fühlt sie sich auf unerklärliche Weise zu ihm hin gezogen.
Er sieht so gut aus und scheint gleichzeitig so .... unendlich traurig zu sein.
Bald erfährt Kate warum: Er ist Hades, der Gott der Unterwelt!
Und er macht ihr ein unglaubliches Angebot:
Er wird ihrer Mutter helfen, wenn Kate sieben Prüfungen besteht und sein geliebtes Wintermädchen wird.
Aber ob ihre Seele für ein Winterleben stark genug ist?
Bisher haben alle ihr Scheitern mit dem Tod bezahlt.

„Ein frischer Blick auf die griechische Mythologie!
Das verleiht dieser Geschichte ein strahlendes Funkeln.“
Cassandra Clare, New York Times Bestsellerautorin

Die Geschichte und meine Meinung dazu:
Was wäre wenn der Mythos um Hades und Persephone gar kein angestaubter Mythos wäre und sich in Wahrheit ganz anders abgespielt hat, als es niedergeschrieben wurde?
Was wäre wenn die Götter des Olymps mitten unter uns weilen würden und Hades seit fast einem Jahrhundert erfolglos nach einer würdigen Nachfolgerin für seine geliebte Persephone sucht?
„Das göttliche Mädchen“ greift diese Gedankenspielereien auf und macht daraus eine moderne mythologische Liebesgeschichte.
Das Buch beginnt mit einem Prolog, in welchem Henry alias Hades bestürzt darüber ist, dass eine weitere Anwärterin auf Persephones Nachfolge ertrunken ist.
Sie ist schon das elfte Mädchen in achtzig Jahren, welches nicht über Weihnachten hinaus überlebt hat und Henry hat resigniert.
Henrys Freundin Diana bittet Henry darum nicht aufzugeben und es mit einem letzten Mädchen zu versuchen.
Nun beginnt das erste Kapitel, welches den Titel „Eden“ trägt.
Katherine Winters, die von allen nur Kate genannt wird, verbringt ihren 18. Geburtstag damit, mit ihrer Mutter Diana von New York City nach Eden, Michigan zu fahren.
Die beschauliche Kleinstadt Eden ist die Geburtsstadt von Kates Mutter und hier möchte die an einer aggressiven Krebsart erkrankte Frau in einem heruntergekommenen Haus ihre letzten Tage verbringen.
Auf dem Weg nach Eden ist Kates sonst so zerbrechliche und müde Mutter plötzlich hellwach und bittet Kate darum, an einem geheimnisvollen Anwesen mit dem Namen Eden Manor Halt zu machen.
In einer brenzligen Situation sieht Kate einen geheimnisvollen Jungen mit einem schwarzen Mantel auf der Straße stehen.
Im nächsten Augenblick ist der Junge genauso schnell wieder verschwunden, wie er erschienen ist und sie fragt sich, ob er nur ein Trugbild war.
Kate fällt es schwer, zu akzeptieren, dass ihre Mutter nicht mehr lange leben wird.
Sie möchte nicht sehen, wie ihre Mutter leidet und versucht ihr die wenigen Tage, die ihr noch bleiben, so angenehm wie möglich zu machen.
Seit Jahren schon weicht sie der kranken Mutter nicht von der Seite, aus Angst davor, dass diese sterben könnte, noch bevor sie sich von ihr verabschieden konnte.
Ein wenig kann ich dies nachvollziehen.
Ich habe schon viele mir nahe stehende Menschen verloren und wäre dankbar dafür gewesen, hätte ich auch nur ein Mal Lebewohl sagen können.
Für Kate ist ein Leben ohne die Mutter unvorstellbar und sie traut niemandem, nicht einmal der Tagesschwester zu, sich richtig um die Mutter zu kümmern.
Für die Pflege der Mutter hat sie ihre Ausbildung vernachlässigt.
Dies soll sich nun an der Eden High, die Kate nur auf Drängen der Mutter hin besucht ändern.
Kate möchte den Schulalltag so schnell es geht hinter sich bringen um möglichst schnell wieder bei der Mutter sein zu können.
Sie möchte ihre Ruhe haben, doch dies ist ihr nicht vergönnt, da jeder in Eden über sie und die Krankheit ihrer Mutter Bescheid weiß.
Freunde hatte Kate noch nie so wirklich und sie hatte auch nicht vor dies zu ändern.
Ihr Entschluss gerät durch zwei Fremde, die zu Freunden werden ins Wanken.
Da wäre zum Einen James, der Junge mit den weißblonden Haaren und abstehenden übergroßen Ohren, der immer wieder das Gespräch mit Kate sucht und ihr in ihrer Trauer eine Schulter zum Anlehnen bietet.
Und zum Anderen gibt es da Ava, durch die die ganze Geschichte erst so richtig ins Rollen gerät.
Von Eifersucht getrieben lockt Ava Kate in eine Falle, die ihr selbst zum Verhängnis wird.
Ihr zu Liebe muss sich Kate ihrer größten Angst stellen, um Avas Leben zu retten.
Unglücklicherweise ist Ava schon tot, was Kate aber nicht wahrhaben will.
Verzweifelt fleht sie um Hilfe.
Da erscheint der geheimnisvolle Junge mit dem schwarzen Mantel und bietet ihr einen unglaublichen Handel an.
Er wird Ava das Leben wieder schenken, wenn Kate dafür jedes Jahr sechs Monate lang an seiner Seite verbringt.
Kate willigt ein und tut den Handel mit Henry zunächst als Schwachsinn ab.
Doch dann geschieht etwas Unglaubliches und als die Herbst-Tagundnachtgleiche naht erscheint Henry, um Kates Teil des Handels einzufordern.
Sie nimmt ihn nicht für bare Münze und die Ereignisse überschlagen sich.
Ehe sie sich versieht, findet Kate sich auf Eden Manor wieder, wo sie Henry, den Jungen mit den Mondscheinaugen um ein Leben und mehr Zeit für ihre Mutter bittet.
Zunächst hält Kate alles nur für einen verrückten Traum, doch dann wird ihr nach und nach bewusst, wo sie sich befindet und wie ernst ihre Lage ist.
Ist sie es wert, die neue Königin der Unterwelt an Henrys Seite zu sein oder wird sie bei den bevorstehenden Prüfungen jämmerlich versagen?
Henry ist sich sicher, dass Kates Vorgängerinnen keines natürlichen Todes gestorben sind und dass auch Kates Leben in Gefahr ist.
Wer trachtet Kate nach dem Leben?
Wird sie rechtzeitig erkennen, wer Freund und wer Feind ist?

Mein Fazit:
„Das göttliche Mädchen“ ist ein unterhaltsames Jugendbuch, welches frischen Wind in die griechische Mythologie bringt, sich aber wenig am eigentlichen Mythos um Hades und Persephone orientiert.
Die düstere, melancholische Stimmung im Buch, welche durch die dazu passende Jahreszeit stimmig untermalt wird, passt meiner Meinung sehr gut zum Mythos um Hades und Persephone.
Aimée Carter schildert die Geschichte in der Ich-Perspektive aus Kates Sicht.
Kate ist ein gerade volljährig gewordenes junges Mädchen, dass das Leben noch nicht so richtig gelebt hat.
Vor der Zeit in Eden hatte sie keine richtigen Freunde und keine Vergangenheit, die sie besonders vermissen würde.
Die letzten Jahre hat sie ihre ganze Freizeit mit ihrer Mutter verbracht und es so versäumt, eine eigene Identität unabhängig von der Mutter zu entwickeln.
Dies hat sie jedoch bitter nötig, wenn sie im Leben nach dem Tod der Mutter bestehen will.
Den bevorstehenden Tod der Mutter zu akzeptieren, loszulassen, dass sind Schritte, die ihr schwerfallen und nicht gelingen mögen.
Kates Charakter entwickelt sich im Buch nur wenig weiter und das fand ich etwas schade.
Bleibt zu hoffen, dass sich dies in den Folgebänden ändert.
Was mich an ihrem Charakter jedoch fasziniert hat, ist ihre selbstlose, aufopfernde Art.
Ich weiß nicht, ob ich so verzeihen könnte wie sie und gerade Ava gegenüber genauso gehandelt hätte.
Kates Handeln zeugt von einer großen Aufopferungsbereitschaft, wirkt aber stellenweise auch etwas naiv.
Sie geht einfach so einen Handel ein, ohne sich richtig die Konsequenzen bewusst zu machen.
Als sie schließlich tatsächlich auf Eden Manor ist, habe ich das Gefühl, dass sie dort erst so richtig begreift, wie ihr eigentlich geschieht.
Zunächst einmal ist sie mit der ganzen Situation überfordert, doch als sie schließlich Gefühle für Henry entwickelt, erwacht in ihr plötzlich die Kämpferin.
Sie kämpft nicht länger nur für sich selbst, sondern auch für Henry und versucht ihr Bestes, um die geheimen Prüfungen des Rats zu bestehen.
Kates Alltag auf Eden Manor war interessant zu lesen.
Mir gefiel es, wie das Anwesen und seine zahlreichen Bewohner beschrieben wurden.
Jeder einzelne Charakter des Buches hatte eine gewisse Rolle zu spielen und so mancher vermeintlicher Nebencharakter übernahm plötzlich eine tragende Rolle.
Henry faszinierte mich von Anfang an.
Die Idee, Hades als einen äußerlich jungen und äußerst gutaussehenden Mann darzustellen, war mal etwas anderes und widersprach so ganz dem Bild, dass ich mir in meinem Kopf von Hades gemacht hatte.
Den Mythos von Persephone aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten empfand ich als sehr erfrischend und die Vorstellung dass Hades nun auf der Suche nach einer Nachfolgerin für Persephone war, hatte ihren Reiz.
Zunächst einmal hatte Henry so garnichts Furchteinflössendes, wie man es beim Herrscher über die Unterwelt vermuten würde.
Er war der unendlich traurige Gott, der die Liebe seines Lebens verloren hatte und nun, obwohl er eigentlich mit seinem Leben und seinem Schicksal abgeschlossen hatte ein letztes Mal auf der Suche nach einer neuen Königin der Unterwelt war.
Da hatte Kate eine ganz schön schwierige Aufgabe vor sich.
Sie musste nicht nur dem Rat der Götter beweisen, dass sie einer solch verantwortungsvollen Rolle wie die der Königin der Unterwelt würdig war, sondern auch Henry davon überzeugen, dass es sich zu kämpfen lohnt.
Ava und James waren mir von Anfang sympathisch, was im Laufe des Buches jedoch ins Wanken geriet.
Die Tatsache das Kate so schnell mit James und Ava Freundschaft schließt, stößt manchen sicher auf.
In Anbetracht dessen, dass Kate sich in einer schwierigen Situation befindet, in welcher sie Trost und Zuspruch dringend benötigt, empfinde ich dies jedoch nicht als ungewöhnlich.
James schenkte Kate sein Mitgefühl und eine Schulter zum Ausweinen.
Ava hingegen war auf dem ersten Blick nicht der Typ Mensch, den ich mir als Freundin wünschen würde.
Doch in „Das göttliche Mädchen“ ist niemand der, der er zu sein scheint.
Auf Kate warten viele positive wie negative Überraschungen und am Ende ist es schwer zu sagen, wer Freund und wer Feind ist.
Für mich war es am Ende eine ziemliche Überraschung, wer sich hinter den Mitgliedern des Rats verbirgt und wer hinter den Morden steckt.
Manches habe ich geahnt, anderes wiederrum gar nicht erst vermutet.
Bei der Beschreibung und Ausgestaltung der Charaktere der Götter hätte ich mir mehr Details gewünscht, die auf ihr Ich schließen lassen.
Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen, auch wenn ich ein wenig den Tiefgang und den mythologischen Hintergrund vermisst habe.
Ich kann das Buch allen empfehlen, die gerne komplizierte, düstere Liebesgeschichten mit mythologischem Hintergrund lesen und die es nicht stört, dass der Persephone-Mythos in dem Buch ziemlich modernisiert wurde.

Viel Spaß beim Lesen wünscht Aletheia

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