Sonntag, 17. Juni 2012

Thanks for the hunt!

Die Einleitung:
Neulich las ich eine Leseprobe zu „Fünf“ von Ursula Poznanski.
Von der Autorin hatte ich bisher noch nichts gelesen und war sehr gespannt auf ihren Schreibstil.
Die Leseprobe war sehr flüssig geschrieben und ich habe schnell Feuer gefangen.
Geocaching mit Leichenteilen, so etwas war mir noch nie untergekommen und hörte sich spannend an.
Ich konnte es kaum erwarten zu erfahren, wie die Geschichte weiter gehen wird und wenig später war mir die Losfee hold, weshalb ich nicht nur ein Leseexemplar des Buches gewann, sondern auch an der durch die Autorin begleitete Leserunde teilnehmen durfte.

Die Autorin:
Ursula Poznanski wurde 1968 in Wien geboren, studierte sich einmal quer durch das Angebot der dortigen Universitäten und landete schließlich als Redakteurin bei einem medizinischen Fachverlag.
Nach dem fulminanten Erfolg ihres Jugendromans "Erebos" widmet sie sich nun hauptsächlich dem Schreiben.
Sie lebt mit ihrer Familie im Süden von Wien.
Mehr zur Autorin : www.ursula-poznanski.at

Fakten zum Buch:

Das gebundene Taschenbuch erschien im Februar 2012 beim Wunderlich -Verlag.
Der Thriller umfasst 384 Seiten und ist im Buchhandel für 14,95 Euro zu haben.
Das Buch gibt es außerdem noch als E-Book in der Kindle-Edition und als Audio-Book zu kaufen.


Die Gestaltung des Buches:
Mein erster Eindruck gilt dem Cover des Buches, denn das ist es, was mir als Betrachterin zumeist als Erstes ins Auge fällt und ich muss sagen, das Cover passt gut zum Buch.
Die Geschichte spielt in einer trügerischen Idylle und diese Atmosphäre wird durch die von einem Zaun gesäumte, verschwommen dargestellte Wiese gut eingefangen.
Der dunkle Zaun mit fünf Latten und der Rabe oder die Krähe darauf geben der Szenerie etwas Düsteres, Unheilvolles und geben schon einmal einen kleinen Vorgeschmack darauf, was den Leser des Buches erwartet.
Der auf dem Zaun sitzende schwarze Vogel glänzt sehr schön und hebt sich fühlbar vom restlichen Bild ab.
Ebenso verhält es sich mit dem Titel „Fünf“ dessen Buchstaben sich blutrot vom restlichen Bild sowohl farblich als auch von der Gestaltung merklich abheben.
Der Name der Autorin und das Genre des Buches sind zwischen den Zaunlatten versteckt.
Der Titel des Buches ist gut gewählt.
Wer das Buch noch nicht gelesen hat, kann in den Titel viel hinein interpretieren und auch dem Leser selbst wird erst im Laufe des Buches klar, warum es diesen prägnanten Titel trägt.
Auf der Rückseite des Buches  findet man eine kurze Inhaltsangabe, welche ich weiter unten wiedergeben werde.
Die Rückseite passt in Design, Schriftart und Schriftfarbe sehr gut zum Cover des Buches.

Der Verlag über das Buch:
Thanks for the hunt…
Du bist fündig geworden.

Rätselaufgaben, deren Lösung Koordinaten sind.
In Plastikbehälter verpackte Leichenteile.
Zeugen, die nach der Befragung sterben.
Es ist eine blutige Version des Geocaching, eine grausige Jagd,
auf die sich die Salzburger Ermittlerin Beatrice Kaspary einlassen
muss.

Der Fall scheint unlösbar.
Und plötzlich wird sie selbst zur Beute.

Die Geschichte und meine Meinung dazu:
Das Buch beginnt mit einem erschreckenden  Prolog:
Ein gefesselter Mann, dem das linke Ohr fehlt, sitzt auf einem Stuhl und fleht stumm um sein Leben.
Eine Sie namens Nora scheint ihn zu kennen und offenbar tötet sie ihn.
Sie schluchzt, weint, daher vermute ich, dass sie den Mann nicht freiwillig tötet.
Sie schien es nicht aus freien Stücken zu tun, sondern eher so, als müsse sie sich zwischen ihrer beider Leben entscheiden.

Wer ist dieser Mann und warum muss er sterben?
Was verbindet die Beiden miteinander?
Wer hält sie gefangen?

Warum sind sie in dieser auswegslosen Lage?

Nun beginnt die eigentliche Geschichte.
Anstelle eines Kapitels stehen Koordinaten, das gefällt mir, denn es knüpft gleich eine Verbindung mit dem späteren Geschehen im Buch.
Mitten an einem idyllischen Ort, einer Kuhweide im Grünen entdecken die grasenden Kühe eine Frauenleiche und machen einen Bogen um sie.
Es dauert nicht lange und ein Bauer findet die tote Frau und meldet seinen grausigen Fund der Polizei.
Wir machen einen Schwenk zu Beatrice Kaspari und Florin Wenninger, ihres Zeichens Kollegen bei der Polizei.
Während Beatrice der Stress in Person zu sein scheint, ist Florin der ruhige, ausgleichende Kollege, der Beatrice wieder auf den Boden der Tatsachen bringt und sie umsorgt.
Mit Beatrices Alltagsleben möchte man nicht tauschen.
Sie schafft den Balanceakt als alleinerziehende Mutter und berufstätige Frau gerade noch so.
Neben ihrem stressigen Berufsalltag wird sie von ihrem Ex-Mann Achim mit ständigen Anrufen und Drohungen terrorisiert, der siebenjährige Sohn Jakob macht immer wieder Ärger in der Schule und auch die kleine Mina will versorgt werden.
Nun soll sie auch noch das Klassenmaskottchen ersetzen und gleichzeitig ihren Dienst nach Vorschrift leisten - Stress pur.
Kein Wunder, dass sie die Kinder immer öfter in die Obhut ihrer Mutter gibt, auch wenn diese dies nicht wohlwollend quittiert und sie auch noch kritisiert.
Achim wirkt auf mich recht unangenehm.
Warum die Beiden sich wohl getrennt haben?


Neben der vorwurfsvollen Mutter gibt es auch noch Druck vom Vorgesetzten namens Hoffmann, der auf die neuesten Berichte und Ergebnisse wartet und ihren Laptop regelmäßig mit Post-Its zupflastert.
Kein Wunder, dass es Beatrice da schwer fällt, nachts ein Auge zu zu tun.
Gut, dass Beatrice Florin hat.
Der Kollege mit dem ungewöhnlichen Namen ist immer für sie da, deckt sie beim Chef, wenn sie mal wieder zu spät kommt, erinnert sie daran zu essen, wenn sie es mal wieder vergessen hat und macht ihr einen Kaffee mit viel Liebe zum Detail.
Er hört Klassik, kocht gerne und ist leider schon vergeben, hat eine Fernbeziehung mit Anneke.
Ich vermute, dass Beatrice und er ganz gut zusammen passen würden.
Mal schauen, was sich da entwickelt...

In all dem Stress werden sie und Florin zu der Leiche der Frau auf die Kuhweide gerufen und stellen schnell fest, dass es sich um einen Mord handelt.
Ihre Kollegen Drasche und Ebner von der Spurensicherung sind schon vor Ort.
Drasche wirkt etwas pingelig, aber nicht unsympathisch.
Das Opfer wurde von einer Felswand gestoßen, die Hände wurden mit Kabelbinder gefesselt und an den Füßen wurden ihm seltsame Koordinaten eintätowiert.
Wer tut so etwas?

Nun gilt es, herauszufinden, um wen es sich bei dem Opfer handelt und die Angehörigen zu verständigen und siehe da, bei dem Opfer handelt es sich um Nora aus dem Prolog.
Mit wem hat sie vor ihrem Tod telefoniert?
Welche Geheimnisse verbarg sie?
Kannte sie ihren Mörder?
Sie war mehrere Tage lang verschwunden.
Was musste sie in dieser Zeit durchmachen?

Sehr authentisch schildert die Autorin, wie der Mann der Verstorbenen mit dem Tod seiner Frau konfrontiert wird.

Er tut mir Leid, es wirkt, als wurde ihm durch ihren Tod der Boden unter den Füßen weggezogen.
Gemeinsam mit ihrem Mann rekonstruieren Beatrice und Florin Noras letzte Stunden vor ihrem Verschwinden.
Während mich der Mordfall fesselt, begeistere ich mich ebenso sehr für Beatrices Privatleben.
Der Scheidungskonflikt zwischen ihr und Achim wird sehr gut und glaubhaft dargestellt.
Florin hingegen bringt mich zum Staunen.
Seine Kochkünste müssen sagenhaft sein.


Die Koordinaten auf Noras Fußsohlen führen die Ermittler zu weiteren grausigen Funden und so entwickelt sich ein schauriges Geocaching mit Leichenteilen an den jeweiligen Fundorten.
Wer ist dieser Mörder oder ist es eine Mörderin?
Welche Motive liegen vor und was hat der Prolog damit zu tun?
Und wofür steht der Titel des Buches?
 
Eine ebenso spannende, wie frustrierende Suche führt Beatrice und Florin zu einem Wald.
Durch ihren dortigen Fund erfahren sie, dass es sich bei ihm um ein Teil eines Spiels handelt.

In dem Cache genannten Behälter den sie durch die Koordinaten gefunden haben, finden sie eine grausige Überraschung und ein Rätsel.
Ein Zahlenrätsel, welches mit einem weiteren Rätsel zusammenhängt, ergibt neue Koordinaten für die Ermittler.
Auf seinen Rätseln und Notizen macht der so genannte Owner der Caches sich über die Polizei lustig, ja, er verhöhnt sie geradezu.
Offenbar hat er selbst eine Rechnung mit ihr offen.


Ein rasantes Spiel mit der Zeit beginnt.
Es scheint noch weitere Mordopfer zu geben und jedes Mal scheint der Mörder einen Schritt voraus zu sein.  
Welches Motiv hat der Owner für sein grauenvolles Versteckspiel?
Handelt es sich bei dem Täter um einen Mann oder um eine Frau?
Eine langwierige Suche beginnt….


Endlich bringt ein Kollege von Beatrice und Florin namens Stefan Licht ins Dunkel der Ermittlungen.
Er weiß, was es mit "Cache", "Owner", "Stage" und den Koordinaten auf sich hat, denn was Geocaching angeht ist er ein Insider.
Stefan führt den Leser und Beatrice und Florin in die Materie ein.
Er tippt Berichte und trägt Informationen zusammen.
"Wir enden alle in Behältern" denkt Beatrice.
Ja, in einer Urne oder einem Sarg, aber bitte nicht in einem Cache!!!


Nach Stefan stößt noch ein weiterer Mann zum Ermittlerteam dazu.
Es ist Dr. Peter Kossar, forensischer Psychologe, mit der Angewohnheit zu starren.
Er ist sehr von sich überzeugt, spricht in Anglizismen und ist mir auf Anhieb unsympathisch.
Anstatt beratend tätig zu sein, möchte er in die laufenden Ermittlungen eingebunden werden.
Er ist ein ziemlicher Narzist und rühmt sich damit, in den USA studiert zu haben.
Beatrice kann ihn auch nicht leiden.

Immer wieder deuten Hinweise und Anspielungen auf ihre Vergangenheit darauf hin, dass Beatrice einen schweren Verlust hinter sich hat.
Sie hat unregelmäßige Freundschaften.
Ist es wegen der Arbeit oder steckt mehr dahinter?

Wen hat sie verloren und was ist damals passiert?
 
Der Owner ist Beatrice jedenfalls dicht auf den Fersen.
Wird Beatrice vom Owner beobachtet? Ist sie sicher?

An ihrer Stelle hätte ich mich unter Polizeischutz stellen lassen.
Wie nah der Owner Beatrice tatsächlich schon gekommen ist, gruselig!
Es gibt einen kurzen Perspektivwechsel zum Mörder, der sich auf eine Frau freut.
Ist es Beatrice, die er da im Visier hat?


Endlich erfahre ich, was Beatrice so bedrückt.
Sie hat Schreckliches durchgemacht und ihr "Wenn-Spiel..." kenne ich.
Es war interessant zu lesen, wie sie Achim kennen gelernt hat.

Die Suche der Ermittler gewinnt immer mehr an Tempo, denn die Zeit drängt und der Owner setzt seine Strategien brilliant in die Tat um.
Es kommt zu einem beklemmenden Finale und schließlich zur Auflösung des Falls.
Am Ende des Buches gibt es noch ein Nachwort, in welchem ich erfuhr, dass die Autorin selbst auch geocachen geht.

Dann gibt es noch eine Danksagung und der rasante Lesespaß ist leider schon zu Ende.

Mein Fazit:
Mit „Fünf“ konnte mich die mir bis dato unbekannte Autorin Ursula Poznanski von ihrem Können überzeugen.
Das Buch wurde sehr flüssig geschrieben und ich habe schnell Feuer gefangen.
Geocaching mit Leichenteilen, so etwas war mir noch nie untergekommen und hörte sich spannend an.
Ich konnte es kaum erwarten zu erfahren, wie die Geschichte weiter gehen wird.
Die Buchidee wurde sehr interessant umgesetzt.
Das Buch war vom Prolog bis zum Ende spannend und ich wurde immer wieder aufs Neue überrascht.
Bis kurz vor Ende des Buches wusste ich nicht, wer sich hinter dem Owner verbirgt.
Ich habe mich geekelt, war gerührt, habe mitgefiebert, bin falschen Fährten gefolgt, habe gehofft und gebangt und beim Ende ziemlich mitgezittert.
Das Ermittlerteam war mir sympathisch und ich war total gespannt darauf, was die Beiden noch alles gemeinsam erleben würden.
Bei Beatrice interessierte mich besonders ihr Verhältnis zu ihrem Ex-Mann oder Noch-Ehemann, der sie ständig belästigte.
Sie lebt für ihren Beruf.
Dabei kommt sie selbst zu kurz, es macht sie jedoch als Ermittlerin wiederum sehr sympathisch.
Sie isst und schläft zu wenig und gibt ihre Kinder häufig in die Obhut ihrer Mutter.

Florin punktete bei mir, weil er Beatrice routiniert einen doppelten Espresso mit Kakao zubereitete, als sie gerade mitten im Stress ist und versucht, sich von Achims nächtlichen Anrufen zu erholen.
Er achtete darauf, dass Beatrice etwas isst und übernahm den unangenehmen Part der Arbeit, in dem er die Angehörigen über Noras Tod informierte.
Außerdem bot er Beatrice folgendes an:
Roastbeef, Hühnersalat, Chili con Carne mit Avocado-Limettensoße.
Welcher Mann der berufstätig ist, hat solche Gerichte bei sich zu Hause und kann sie auch noch selbst zubereiten? *schwärm*

So einen Kollegen möchte ich auch!!!
Ich könnte mir Beatrice und Florin gut als Paar vorstellen, da sie sich so gut ergänzen.

Bauer Raininger, der die Leiche von Nora Papenberg gefunden hatte, nervte mich etwas.
Ich kann mir gut vorstellen, dass die Polizei öfter mit solchen übereifrigen, sensationslüsternen Personen zu tun hat.
Die Erzählungen der Autorin ließen bei mir tolle Bilder im Kopf entstehen, z.B. wenn sie Florins Stimme als "wie Bourbon auf Eis" oder als "scharf wie gesplittertes Glas" beschreibt.
Ihre Ausführungen über Beatrice, Achim und die gemeinsamen Kinder wirken sehr authentisch.
Ich frage mich, ob die Autorin selbst Kinder hat.
Über Hoffmann, den Chef von Beatrice und Florin muss ich oft den Kopf schütteln.
Er nennt Florin "Florian" und sagt häufig "Seien sie doch kein Mädchen!".
Beatrice scheint er nicht besonders zu mögen, denn diese sagt offen was sie denkt.

Stefan wirkt auch sehr sympathisch.
Er war sehr eifrig und gab sein Herzblut für die Ermittlungen.
Dank ihm laufe ich nicht mehr als „Muggle“ durch die Welt.
Mit dem Begriff aus „Harry Potter“ werden unter den Geocachern Menschen bezeichnet, die die Szene nicht kennen und unwissend sind.
Nach dem Lesen des Buches habe ich direkt Lust, mich bei
www. geocaching.com anzumelden und zusammen mit meinem Schatz auf die Suche nach interessanten Caches zu gehen.
So ein Nachtcache oder ein Baumcache mit Seiltechnik wären sicherlich sehr spannend.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich hoffe, bald wieder von Florin und Beatrice zu lesen....
Ich bin mir sicher, dass ich noch weitere Bücher der Autorin lesen werde!


Viel Spaß beim Lesen wünscht Aletheia.


1 Kommentar:

  1. Aktuell kein Buch für mich. Lg, Sarah von www.produkttestwelt.blogspot.de

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