Meine Rezension zu "Lucian" von Isabel Abedi
Die Einleitung:
Immer öfter finden
besondere Bücher den Weg in meine Hände und mein Leben, die mich tief berühren,
nachdenklich machen und mich neugierig auf die anderen Werke des Autors/ der
Autorin machen.
„Lucian“ ist eines
dieser Bücher.
Bevor dazu eine
Wanderbuchrunde stattfand, wusste ich nichts von der Existenz dieses
wundervollen Buches und seiner Autorin.
Ich informierte mich
durch das Lesen von Rezensionen über den Inhalt des Buches und erfuhr, dass
eine Leserin sogar geweint hatte, als sie das Buch las.
Dies machte mich noch neugieriger
auf das Buch, dessen Klappentext mich schon sehr neugierig gemacht hatte.
Während ich das Buch
las, erfuhr ich, warum es der Leserin so ergangen war und auch ich kam nicht
umhin Tränen zu vergießen, was mir selten bei Büchern passiert.
Die Autorin:
Dreizehn Jahre
arbeitete Isabel Abedi (geb. 1967) als Werbetexterin in Hamburg und träumte
davon, irgendwann einmal nur für Kinderbücher kreativ sein zu können.
Sie hat ihr Ziel
erreicht:
Die Kinder verdanken
ihr u. a. die spannenden Bücher über "Lola" und die gruseligen
Geschichten "Unter der Geisterbahn" und "Whisper".
In viele ihrer
Erzählungen lässt die Autorin eigene Erlebnisse und Träume einfließen, und
nicht zuletzt durch ihre Kinder weiß sie, was bei jungen Lesern ankommt.
Auch Isabels Mann
Eduardo, ein brasilianischer Musiker, ist in ihre Arbeit eingebunden.
Er komponiert die
Begleitung zu den Hörbüchern und ist auf Lesereisen "immer die Musik
zwischen den Zeilen".
Fakten zum Buch:
Das gebundene Buch
erschien im Mai 2012 beim Arena-Verlag.
Das Buch umfasst 559
Seiten und ist im Buchhandel für 18,95 Euro zu haben.
Das Buch gibt es auch
als broschierte Ausgabe und als Hörbuch.
Die Gestaltung des
Buches:
Mein Exemplar des Buches kam ohne Schutzumschlag bei mir an.
Die Besitzerin des Wanderbuches hat ihn entfernt, damit er nicht beschädigt wird.
Der eigentliche Schutzumschlag des Buches ist schwarz.
Die Besitzerin des Wanderbuches hat ihn entfernt, damit er nicht beschädigt wird.
Der eigentliche Schutzumschlag des Buches ist schwarz.
Auf der Oberseite des Covers steht mit roten Buchstaben der Name der
Autorin.
Darunter steht in großen weißen Buchstaben der Titel des Buches.
Darunter steht in großen weißen Buchstaben der Titel des Buches.
Die Oberseite der
Buchstaben wirkt, als sei sie kurz in rote Farbe getaucht worden.
Der Farbverlauf
gefällt mir sehr gut.
Darunter ist eine
weiße Feder abgebildet, welche durch ihr Leuchten und die Tendenz ins
lilafarbene wie elektrisiert aussieht.
Mir gefällt das Cover
sehr gut.
Es ist schlicht,
einprägsam und doch sehr schön und lässt viel Raum für eigene Interpretationen
und Fantasie.
Der Verlag über das
Buch:
Immer wieder taucht er
in Rebeccas Umgebung auf, der geheimnisvolle Lucian, der keine Vergangenheit
hat und keine Erinnerungen.
Sein einziger Halt ist
Rebecca, von der er jede Nacht träumt. Und auch Rebecca spürt vom ersten Moment
an eine Anziehung, die sie sich nicht erklären kann.
Aber noch bevor sie
erfahren können, welches Geheimnis sie teilen, werden sie getrennt.
Mit Folgen, die für
beide grausam sind.
Denn das, was sie
verbindet, ist weit mehr als Liebe.
Die Geschichte und
meine Meinung dazu:
Die Geschichte beginnt
mit dem ungewöhnlichen Familienalltag der 17-jährigen Rebecca Wolff, ihrer
Mutter Janne und deren Lebensgefährtin, die nach einem Ereignis in Rebeccas
Kindheit nur noch „Spatz“ genannt wird.
Die drei Frauen wohnen
in einem Haus am Ende einer Straße in Hamburg und schwelgen gerade auf dem
Dachboden in Erinnerungen und sortieren Dinge für einen bevorstehenden
Flohmarkt aus, was ihnen sichtlich schwerfällt.
Die beiden
Wellensittiche John Boy und Jim Bob leisten ihnen Gesellschaft und ein schöner
Abend neigt sich dem Ende zu.
Plötzlich spürt
Rebecca einen hauchfeinen Riss tief in ihrem Innern, als sie gerade einen
Gegenstand aus ihrer frühesten Kindheit in den Händen hält.
Sie ist auf einmal
unerklärlich müde und legt sich schlafen.
Die erhoffte Ruhe
währt nur kurz, denn ein erschreckend realer Albtraum ängstigt sie so sehr,
dass sie aufwacht und eine Panikattacke bekommt.
Als ich diese Zeilen
las, tat mir Rebecca ziemlich Leid, denn solche Panikattacken kenne ich aus
eigener Erfahrung.
Um sich zu beruhigen
stellt sie sich vor das geöffnete Zimmerfenster und schaut in die Nacht hinaus.
Sie stutzt, denn an
einer Straßenlaterne lehnt ein Fremder und scheint zu ihr hinauf zu blicken.
Eigentlich sollte sie
diese Tatsache beunruhigen, doch stattdessen beruhigt und tröstet sie die
Gegenwart des Fremden und sie schläft wieder ein.
Fortan begegnet ihr
der Fremde immer wieder.
Ständig ist er dort,
wo sie auch ist, auf dem Flohmarkt, bei einer Veranstaltung – einfach überall.
Ihre Freunde und ihre
Familie beunruhigt dieser junge Mann, doch Rebecca fühlt sich auf seltsame Art
und Weise zu ihm hingezogen.
Lange Zeit habe ich
mich gefragt, wer er ist.
Ein Spinner, ein
Stalker vielleicht?
Ein Vampir oder ein
Engel?
Sie reden miteinander
und treffen sich und nach und nach erfährt Rebecca ein wenig mehr über ihn.
Der Fremde nennt sich
Lucian und erinnert sich nicht mehr daran, wer er ist und wo er herkommt.
Er weiß nur noch, dass
er nackt unter einer Brücke liegend aufgewacht ist und Schmerzen hat, die nur
aufhören, wenn er in Rebeccas Nähe ist.
Warum fühlen sich die
beiden so sehr zueinander hingezogen?
Was verbindet sie
miteinander?
Lucian weiß Dinge über
Rebecca, die er eigentlich nicht wissen kann.
Wer oder besser gesagt
was ist er und hat ihre Liebe eine Chance?
Mein Fazit:
„Lucian“ hat mich von
der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und immer wieder aufs Neue positiv
überrascht.
Ich habe das Buch
während der Weihnachtsferien bis in die frühen Morgenstunden hinein gelesen,
weil ich unbedingt wissen wollte, wie die Geschichte weitergeht und wer oder
was Lucian wirklich ist.
Der Schreibstil von
Isabel Abedi ist wunderschön und sehr ergreifend.
Die Welt, die sie mit
ihren Worten entworfen hat, wurde vor meinem inneren Auge lebendig.
Dazu trugen besonders
die Anekdoten aus Rebeccas Leben, aber auch die Beschreibungen der einzelnen
Charaktere und ihrer Eigenarten und Besonderheiten bei.
Die Schilderungen von
Rebeccas Alltag, ihrer Familie, ihrer Kindheit, der Schule, ihrer Beziehung mit
Sebastian und ihrer Freundschaft zu ihrer besten Freundin Suse waren sehr
lebendig und stellten einen starken Kontrast zu ihrem Verhältnis zu Lucian dar.
Lucian war verletzlich
und schwer einzuschätzen, da er ja selbst nicht wusste wer er war.
Das Spannende war,
dass ich als Leserin lange Zeit selbst auch nicht wusste, wer er ist und warum
er ständig um Rebecca herum ist.
Er war immer wieder
plötzlich da, so als müsste das so sein und wusste so viel über Rebecca, das
ich mich schon fragte, woher.
Als er dann auch noch von
Rebeccas Vergangenheit und ihrer Zukunft träumte, machte ich mir Sorgen, hatte
aber zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, er könne eine Gefahr für Rebecca
darstellen.
Er war mir
sympathisch, weil er sich um Rebecca kümmerte, ihr Kraft gab und sie ganz
offensichtlich ebenso sehr liebte, wie sie ihn.
Es brachte mich zum
Weinen, zu erkennen, wie groß ihre Liebe zueinander war.
Die Art wie Rebecca
sich selbst sieht ist herrlich unverkrampft und sarkastisch.
Sie war mir schnell
sympathisch, daher fieberte und litt ich von Anfang an mit ihr mit und war
geradezu verzweifelt, als die Geschichte eine für sie und Lucian gefährliche
Wendung nahm.
Janne ist bis auf
schreckliche Fehler, die sie meiner Meinung im späteren Verlauf der Geschichte
macht eine tolle Mutter, die ihrer Tochter ein harmonisches Familienleben
bietet.
Ihre Arbeit als
Psychologin war für mich gerade deshalb interessant, weil sie einen wichtigen
Schlüssel zur Auflösung von Lucians Identität darstellt.
Manchmal hat sie sich
für mich unverständlich verhalten und ich hatte das Gefühl, dass sie mehr weiß,
als sie sagt.
Spatz ist eine
liebenswerte Künstlerin mit Herz, welche ich mir gut als Freundin vorstellen
könnte.
Ihre offene,
unverkrampfte Art ist ein interessanter Kontrast zur strukturierten und
besonnenen Janne.
Rebeccas Vater ist
meiner Meinung ein toller Vater, der für seine Tochter da ist, wenn sie ihn
braucht. Er lässt ihr Zeit und Rückzugsmöglichkeiten.
Die Beschreibungen von
Rebeccas Kindheit mit ihm fand ich sehr schön.
Er nennt sie liebevoll
Wölfchen und hält trotz der großen Entfernung Kontakt zu ihr.
Rebeccas
Englischlehrer Mister Tyger kam mir von Anfang an etwas seltsam vor.
Seine antiquierte Art
fand ich sehr interessant, konnte mir aber keinen Reim darauf machen, warum er
so offensichtlich eine Abneigung gegenüber Rebecca hegt.
Rebeccas Freundschaft
mit Suse ist eine ganz besondere Freundschaft, die ich sehr schön fand.
Die Beiden haben ganz
normale Probleme und Sorgen, die man als Jugendliche so hat und sind auch dann
füreinander da, wenn andere einen schon fast aufgegeben haben.
Besonders Suse und
Spatz haben sich in einer schweren Zeit sehr um Rebecca bemüht.
Ganz besonders positiv
ist mir aber Sebastian, Rebeccas Ex-Freund aufgefallen, der mir sehr ans Herz
gewachsen ist.
Er opfert sich für sie
auf, lässt ihr alles durchgehen, verliert nie die Hoffnung und den Glauben an
sie und kämpft bis zum Schluss um ihre Liebe.
Er tat mir sehr Leid,
weil er so viel durchmachen musste.
Solche Menschen sind
selten.
Erst im letzten Teil
des Buches gab es Stück für Stück eine Auflösung, die ganz anders war, als ich
erwartet hatte.
Ich habe mit Allem
gerechnet, nur nicht damit.
Ich habe schon während
des Buches geweint, doch als die Geschichte zu Ende war flossen die Tränen nur
so.
„Lucian“ kann man nicht mit Worten
beschreiben, man muss es gelesen haben.
Es ist ein unglaublich
tiefgründiges Buch, voller Humor, Magie und Emotionen.
Es ist alltäglich und
dann doch wieder nicht, philosophisch, märchenhaft, wunderbar anders, magisch,
tragisch – ein Buch, dass noch lange in Erinnerung bleiben wird und
seinesgleichen sucht.
Viel Spaß beim
Lesen wünscht Aletheia
Kommentare
Liebe Grüsse
Carmen
Vielen Dank für deinen Kommentar!
Ich freue mich sehr darüber, dass du meinem Blog folgst!
Du musst das Buch einfach lesen!
Mich hat es richtig umgehauen und ich bin froh, dass ich es gelesen habe!
LG Aletheia
Meine letzte Rezension habe ich im Juni 2020 veröffentlicht.
Das vergangene Jahr war ganz schön fordernd und intensiv.
Irgendwie finde ich selten die Zeit und Muße für eine Rezension.
Liebe Grüße, Cristina