Montag, 17. Februar 2014

Meine Rezension zu "Töchter des Mondes - Cate" von Jessica Spotswood

Die Einleitung:
„Töchter des Mondes - Cate“ habe ich im Rahmen einer Wanderbuchrunde gelesen.
Das wunderschöne Cover hatte mich neugierig auf das Buch gemacht.
Als ich dann den Klappentext las, war sofort klar, dass ich das Buch lesen muss.
Ich bin immer auf der Suche nach guten Büchern über Hexen und war sehr gespannt darauf, ob mich „Töchter des Mondes – Cate“ überzeugen würde.

Die Autorin:
Jessica Spotswoods Leidenschaft fürs Schreiben und für Bücher begann schon in frühester Kindheit.
Bis heute liebt sie romantische Geschichten und lässt sich von ihnen und ihren Figuren verzaubern.
Nach ihrem Studium versuchte sie sich zuerst am Theater, merkte aber schnell, dass ihre wahre Berufung das Schreiben ist.
Zusammen mit ihrem Mann und ihrer Katze Monkey lebt die Autorin in Washington D.C.
„Töchter des Mondes“ war Jessicas erster Roman.
Im August 2013 erschien die Fortsetzung des Buches mit dem Titel „ Töchter des Mondes-Sternenfluch“.
Wer mehr über die Autorin erfahren möchte, wird unter  www.jessicaspotswood.com fündig.

Fakten zum Buch:
Der englische Originaltitel des Buches lautet „Born wicked“.
Das Buch wurde von Stefanie Lemke ins Deutsche übersetzt.

Das gebundene Buch erschien im August 2012 bei Egmont-INK.
Es umfasst 368 Seiten und ist im Buchhandel für 17,99 Euro zu haben.
Das Buch gibt es auch als Hörbuch.

Die Gestaltung des Buches:
Mein Exemplar des Buches kam ohne Schutzumschlag bei mir an.
Die Besitzerin des Wanderbuches hat ihn entfernt, damit er nicht beschädigt wird.
Der eigentliche Schutzumschlag ist wunderschön.
Im Zentrum des Covers sieht man Cate, die Protagonistin des Buches in einem luftigen weißen Kleid auf einer Wiese liegen.
Sie hat die Beine leicht angewinkelt und die Arme im Gras ausgebreitet.
Im Haar trägt sie verschiedenfarbige Rosen und Wiesenblumen.
Ihr Blick wirkt offen und geheimnisvoll zugleich, was mich neugierig darauf macht, welche Geheimnisse mich wohl in dem Buch erwarten.
Auf der Oberseite des Buches sieht man links und rechts zwei keltisch anmutende Muster, in deren Mitte der Name der Autorin steht.
Über dem Bild von Cate steht der Titel des Buches, um dem sich verschnörkelte Muster ranken, die mir sehr gut gefallen.
Darunter steht mit schlichten pinken Buchstaben der Name Cate.
Mir gefällt das Cover sehr gut, da ich mir Cate so in etwa vorgestellt habe.
Sie liebt es im Garten zu arbeiten und wie ein Kind auf Bäume zu klettern.
Schicke Kleider sind ihr ein Graus, daher passt es gut, dass sie auf dem Bild ein einfaches weißes Kleid und Blumen als Haarschmuck trägt.

Der Verlag über das Buch:
Cate und ihre Schwestern Maura und Tess sind Hexen.
Niemand darf davon erfahren, denn Hexen drohen Verbannung und Tod.
Die Gefahr, aufzufliegen, lastet schwer auf Cate.
Vor allem seit Finn aufgetaucht ist, dieser Junge mit den Zimtsommersprossen und dem kupferroten zerzausten Haar. Verzweifelt sucht Cate nach einem Ausweg und stößt im Tagebuch ihrer toten Mutter auf eine rätselhafte Prophezeiung, die besagt, dass drei Schwestern mit magischen Kräften die Hexen zurück an die Macht führen werden.
Handelt es sich dabei um Cate, Maura und Tess?
Und kann es überhaupt eine gemeinsame Zukunft für Cate und Finn geben?

Die Geschichte und meine Meinung dazu:
Die 16-jährige Cate Cahill wohnt mit ihren beiden Schwestern Maura (15) und Tess (12) und ihrem Vater in einem großen, etwas heruntergekommen Haus in Neuengland.
Außer ihnen leben dort noch der Kutscher und das Mädchen für alles John, das Dienstmädchen Lily und die herzensgute Haushälterin Mrs O`Hare, deren Kochkünste wirklich bescheiden sein müssen.
Nach dem Tod der Mutter sind die drei jungen Mädchen mehr oder weniger sich selbst überlassen und gehen ihren Interessen nach.
Tess arbeitet gerne in der Küche und Cate liebt es im Garten zu sein, Erde umzugraben, Blumenzwiebeln zu setzen und draußen in der Natur zu sein.
Dies geziemt sich nicht für Mädchen ihres Standes, doch das ist den Mädchen ziemlich egal.
Auch die ungestüme Maura schert sich wenig um Konventionen und liest im Verborgenen Schauerromane, obwohl diese verboten sind.
Der Vater der Mädchen ist in erster Linie Geschäftsmann, aber auch Gelehrter und bringt den Mädchen Fremdsprachen bei.
Er ist den Großteil des Jahres abwesend und hält sich während dieser Zeit in New England auf, welches zwei Tagesmärsche entfernt liegt.
In Chatham, dem Ort wo die drei Schwestern wohnen, gibt es Lebensmittelgeschäfte , einen Schreibwarenladen, eine Chocolaterie, eine Buchhandlung, den Laden der Schneiderin, eine Apotheke, einen Schlachter, eine Bäckerei, eine Kirche und Häuser.
Das Leben der Mädchen dreht sich um ihre Interessen und den Alltag im Haus.
Einzig die Besuche der Sonntagsschule und des Gottesdienstes, sowie des Klavierunterrichts in der Stadt bieten den Mädchen ein wenig Abwechslung.
Miss Cate findet dies ganz gut so, denn sie zieht es vor, dass sie und ihre Schwestern zurückgezogen leben und nicht auffallen.
Die drei Mädchen sind nämlich ebenso wie ihre verstorbene Mutter Hexen und diese leben zu dieser Zeit in Neuengland gefährlich.
Nachdem die Hexen gestürzt und ihre Tempel in Brand gesetzt wurden, ist nun die heuchlerische Bruderschaft an der Macht.
Sie verteufelt Frauen als sündhafte Wesen mit weiblicher Schwäche und ist der Meinung, dass diese nicht denken und nichts lernen müssen.
Sie sollen hübsch aussehen, keine gleichgeschlechtlichen Beziehungen führen, sich an Kleidervorschriften halten und reinen Herzens, demütig und tugendhaft sein.
Ihr einziges Ziel ist es, an ihrem 17.Geburtstag einen Mann zu ehelichen und mit ihm eine Familie zu gründen.
Dies bekommen sie Tag für Tag gepredigt und die Bruderschaft und ihre Anhänger achten streng darauf, dass ihre Regeln eingehalten werden.
Der Vater der Mädchen weiß nichts davon, welches Erbe seine verstorbene Frau ihren drei Töchtern hinterlassen hat und diese halten es auch für keine gute Idee ihn einzuweihen.
Cate versprach ihrer Mutter auf dem Sterbebett sich um ihre Schwestern zu kümmern, was kein leichtes Los ist.
Die beiden jungen Mädchen sollten eigentlich nur in der Abgeschiedenheit des Rosengartens zaubern, doch immer wieder überschreiten sie diese Grenze und treiben Cate damit zur Verzweiflung.
Immer wieder ist die Rede von anderen jungen Mädchen, die von der Bruderschaft mit dem Vorwurf der Hexerei verhaftet wurden.
Diese Mädchen müssen auf Gefängnisschiffen arbeiten, wobei sie häufig zu Tode kommen oder fristen ein jämmerliches Dasein im Irrenhaus.
Dies möchte Cate sich und ihren Schwestern natürlich ersparen und sie kämpft wie eine Löwin darum, dass sie und die Schwestern nicht die Aufmerksamkeit der Bruderschaft erregen.
Alles wird jedoch anders als der Vater der Mädchen auf Drängen der klatschsüchtigen Nachbarin Mrs Corbett verkündet, dass sich von nun an eine Gouvernante in seiner Abwesenheit um die Mädchen kümmern soll.
Ziel ist es, aus den Mädchen heiratswürdige junge Damen zu machen.
Immerhin sind es nur noch drei Monate bis Cate vor ihrem 17. Geburtstag eine sogenannte Absichtsbekundung kundtun muss, bei der sie eine Verlobung verkünden muss oder der Schwesternschaft beitritt.
Die Schwesternschaft ist der karitative Zweig der Bruderschaft, der mir jedoch genauso unsympathisch ist.
Die Schwestern arbeiten als Gouvernanten und Kindermädchen und kümmern sich um Arme, Kranke und Sterbende.
Cate ist außer sich über den Beschluss des Vaters.
Nicht nur, dass sie statt ihrer Hobbys nun solch sinnfreie Dinge wie Malen, Musizieren und Französisch lernen sollen, nein, ihre Identität als Hexen droht offenbar zu werden.
Anscheinend sind die Mädchen durch ihre zurückgezogene Lebensweise und ihren altmodischen, nachlässigen Kleidungsstil ins Gerede gekommen.
Vielleicht kann eine Gouvernante ihnen dabei helfen, sich mehr im gesellschaftlichen Leben zu etablieren, um nicht in den Fokus der Bruderschaft zu geraten.
Vor Bruder Ishida, dem Ratsvorsitzenden der Bruderschaft, der die Hexenjagd mit großem Eifer verfolgt müssen sie sich besonders in Acht nehmen, was gar nicht so einfach ist, da er ständig und überall präsent ist.
Hilfe kommt von unerwarteter Seite in Form einer geheimnisvollen Nachricht, die mit Z.R. unterschrieben ist und durch die Cate auf eine Prophezeiung stößt, die für sie und ihre Schwestern von großer Bedeutung sein könnte.
Wer verbirgt sich hinter Z.R. und gibt es wirklich niemanden, dem Cate sich anvertrauen könnte?
Als die Gouvernante Schwester Elena dann schließlich im Hause Cahill ist, weiß Cate garnicht, an welcher Front sie zuerst kämpfen soll.
Was führt Schwester Elena im Schilde?
Ist sie Freundin oder Feindin?
Dann erscheint auch noch Paul McLeod,  Cates Freund aus Kindertagen auf der Bildfläche und damit wären Cates Sorgen bezüglich einer Heirat eigentlich Geschichte, wäre da nicht der neue und äußerst attraktive Gärtner Finn Belastra…
Er ist so ganz anders als Paul.
Er ist ehrlich und belesen, hat gesellschafts- und religionskritische Gedanken und kümmert sich aufopferungsvoll um seine Mutter und seine Schwester Clara.
Bei ihm darf sie die Cate sein, die auf Bäume klettert und Piratengeschichten liebt und muss sich nicht wie eine Dame kleiden und benehmen.
In einer brenzligen Situation kommen sich die Beiden näher, doch ihre Liebe offen zu leben, würde alle vor den Kopf stoßen und Cate und ihre Schwester in noch größere Gefahr bringen.
Wie wird Cate sich entscheiden und wird sich die Prophezeiung erfüllen?

Mein Fazit:
„Töchter des Mondes – Cate“ ist ein überzeugendes Debüt, welches ich als ich krank das Bett hüten musste, an einem Tag durchgelesen hatte und mich darüber ärgerte, dass es schon zu Ende war.
Ich habe mir den zweiten Teil des Buches gleich in der Bücherei vorbestellt.
Jessica Spotswood hat die Geschichte in der Ich-Perspektive geschrieben.
So sah ich den Alltag und die Umgebung der drei Mädchen mit Cates Augen und erlebte das Geschehen aus ihrer Sicht.
Ich nahm Teil an ihren Erlebnissen, tauchte in ihre Gefühlswelt hinein und fand mich mitten in einer faszinierenden Geschichte wieder, die mich eine Zeitreise in eine Vergangenheit machen ließ, in welcher Hexen gnadenslos gejagt und Frauen unterdrückt wurden.
Kutschen wurden als Fortbewegungsmittel genutzt, Mieder geschnürt und Glockenröcke getragen.
Die feinen Damen luden zu Gebäck und Tee ein und für einen Spaziergang mit einem Mann wurde eine Anstandsdame benötigt.
Mir gefallen sowohl die Zeit, als auch der Ort in welchem das Buch spielt.
Die historische Kulisse gibt der Geschichte einen passenden Rahmen und mit den Cahill-Hexen drei entsprechende Protagonistinnen.
Die Cahill-Schwestern sind sympathische, glaubhafte Hexen, die keine Zauberstäbe an exotischen Orten schwingen, sondern immer wieder versuchen, mittels Magie ihren Alltag etwas schöner zu machen.
Manchmal verlieren sie dabei die Kontrolle und benötigen die Hilfe anderer, was sie umso glaubhafter macht.
Wie unter Geschwistern üblich haben sie ihre Meinungsverschiedenheiten und Cate hat alle Mühe, die Schwestern zusammen zu halten.
Maura ist in einem schwierigen Alter, wo sie alles in Frage stellt und ihren eigenen Weg gehen möchte.
Sie ist impulsiv, eigensinnig, schnell verärgert, leicht zu beeindrucken und auf der Suche nach Liebe und Bewunderung.
Sie zaubert immer wieder an Orten, an denen sie eigentlich nicht zaubern soll und bringt mit ihrem Verhalten die drei Schwestern in große Gefahr.
Die ruhige, kluge Tess war mir da viel sympathischer.
Sie zaubert zwar auch hin und wieder, aber sie ist einsichtig und möchte niemandem schaden.
Tess steckt voller Überraschungen und ich denke, dass sie ziemlich unterschätzt wird.
Cate war mir von Anfang an sympathisch.
Sie ist unangepasst und dickköpfig und kümmert sich wie eine Mutter um ihre Schwestern.
Cate trägt damit eine ziemlich große Verantwortung und muss große Opfer bringen, um sich und ihre Schwestern zu schützen.
Leider merkt sie viel zu spät, was in den Beiden vorgeht.
Dies kann man ihr jedoch nicht verdenken, da besonders Maura es ihr nicht gerade leicht macht.
Gut fand ich, dass die Hexen in „Die Töchter des Mondes – Cate“ keine kindischen oder unrealistische Kreaturen waren, sondern Frauen wie du und ich, unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Herkunft.
Die Bruderschaft war mit mir ihrem Frauen verteufelnden Gedankengut natürlich alles andere als sympathisch und wie sich in der Geschichte zeigte hatte so manch ihrer Vertreter selbst Dreck am Stecken.
Aber auch die Hexen wurden nicht nur als positiv dargestellt.
Auch sie hatten einmal ihre Macht mißbraucht und Schwächeren mit gefährlicher Magie geschadet.
Mir taten die zumeist unschuldig von der Bruderschaft verurteilten Frauen Leid und ich war immer in Sorge darum, dass Cate und ihre Schwestern auffliegen würden.
Es gab aber auch die Hexen im Verborgenen, mit denen ich nicht sympathisierte, da ich mir nicht sicher war, welche Ziele sie verfolgen.
Um die drei Mädchen aus der geheimnisvollen Prophezeiung zu finden, scheint ihnen jedes Mittel recht zu sein und daher sind sie für mich nicht besser als die scheinheiligen Herren der Bruderschaft.
Ich bin gespannt darauf, ob die Prophezeiung sich in allen Punkten erfüllen wird und welche der drei Cahill-Schwestern nun die mächtigste Hexe ist.
Paul McLeod war mir ziemlich unsympathisch.
Ich kann mir gut vorstellen, dass er und Cate sich als Kinder ziemlich nahe standen, aber sie beide haben sich verändert und er ist für meinen Geschmack zu forsch und besitzergreifend.
Cates Liebe zu Finn ist etwas ganz Besonderes und ich habe während der Lektüre des Buches die ganze Zeit gehofft, dass die Beiden eine Chance haben werden, miteinander glücklich zu sein.
„Töchter des Mondes – Cate“ hat mir sehr gut gefallen.
Ich kann das Buch allen empfehlen, die gerne in andere Zeiten zurückreisen, komplizierte und berührende Liebesgeschichten mögen und gerne Bücher über richtige Hexen lesen möchten.


Viel Spaß beim Lesen wünscht Aletheia


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